Was gehört in einen Businessplan?
Ein vollständiger Businessplan besteht meist aus acht bewährten Kapiteln. Hier steht, was in jedes gehört, wie lang er sein sollte und worauf Bank und Agentur für Arbeit besonders achten.
Geprüft von Pavel Deuble
Gründungsberater & BAFA-registrierter Unternehmensberater
- BAFA-registriert · ID 191790
- Aktualisiert am
In einen Businessplan gehören acht bewährte Kapitel: Executive Summary, Geschäftsidee, Gründerprofil, Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Organisation und Personal, SWOT-Analyse mit Risiken sowie Finanzplan (Kapitalbedarf und Finanzierung, Lebenshaltung, Rentabilität für drei Jahre, Liquidität Monat für Monat). Eine gesetzlich vorgeschriebene Gliederung gibt es nicht. Formale Bestandteile sind außerdem Deckblatt, Inhaltsverzeichnis und Anhang mit Nachweisen. Der Textteil umfasst nach unserer Erfahrung meist 15 bis 25 Seiten. Banken prüfen vor allem die Kapitaldienstfähigkeit; beim Gründungszuschuss bescheinigt eine fachkundige Stelle die Tragfähigkeit.
8 Kapitel
bewährtes Gerüst, keine Pflicht
15–25 Seiten
Textteil, dazu Zahlenteil und Anhang
1–2 Seiten
Executive Summary, zuletzt geschrieben
Format & Umfang auf einen Blick
Formal besteht ein Businessplan meist aus fünf Bestandteilen. Der reine Textteil umfasst nach unserer Erfahrung meist 15 bis 25 Seiten; mit Zahlenteil und Anhang sind 25 bis 40 Seiten üblich, abhängig von Komplexität und Branche.
- Deckblatt: Vorhaben, Name, Kontaktdaten, Datum
- Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen
- Textteil: die acht Kapitel, 15 bis 25 Seiten
- Zahlenteil: Finanzplan mit Kapitalbedarf und Finanzierung, Lebenshaltung, Rentabilitätsvorschau und Liquiditätsplan
- Anhang: Belege und Nachweise zu den Aussagen im Textteil
Eine feste Seitenzahl schreibt keine Stelle vor. Die IHK Köln empfiehlt 10 bis 40 Seiten. Die IHK Hannover hält für die meisten Konzepte 10 bis 25 Seiten für ausreichend und zählt den Zahlenteil dabei mit, die IHK Rhein-Neckar rät zu höchstens 30 Seiten. Wichtiger als die Länge ist, dass die Punkte ausführlich dastehen, an denen dein Vorhaben gelingt oder scheitert.
Wie ein Businessplan aussieht: Form und Layout
Wer deinen Plan prüft, liest viele davon. Eine klare Form hilft, deine Inhalte schnell zu finden:
- DIN A4, gut lesbare Schrift, einheitliches Layout
- Kapitel nummeriert, Seitenzahlen auf jeder Seite
- ganze Sätze statt Stichpunkten
- sachlicher Ton ohne Werbesprache
- Zahlen in Tabellen, gleiche Werte in Text und Tabelle
- Abgabe als ein zusammenhängendes PDF
Ganze Sätze verlangt zum Beispiel die Prüfliste der IHK Bonn/Rhein-Sieg zum Gründungszuschuss, einen sachlichen Plan ohne Eigenwerbung die IHK Köln. Die übrigen Punkte sind unsere Erfahrung aus der Beratung.
Businessplan-Gliederung: Aufbau und Inhalt im Überblick
Die Gliederung eines Businessplans folgt einem bewährten Aufbau: Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Textteil mit acht Kapiteln (Executive Summary, Geschäftsidee, Gründerprofil, Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Organisation und Personal, SWOT-Analyse und Risiken, Finanzplan), Zahlenteil und Anhang. Vorgeschrieben ist diese Reihenfolge nicht, und die Leitfäden ordnen die Kapitel unterschiedlich; bewährt hat sie sich in unserer Beratung. Gemeinsam ist den meisten: Eine Zusammenfassung steht vorne, die Zahlen stehen hinter dem Textteil oder in eigenen Tabellen. Wichtiger als die Reihenfolge ist, dass Text und Zahlen zusammenpassen. Der Textteil umfasst nach unserer Erfahrung meist 15 bis 25 Seiten.
| Kapitel | Inhalt | Umfang (Seiten) | Prüfer achten auf |
|---|---|---|---|
| 1. Executive Summary | Geschäftsidee, Markt, Alleinstellung, Kapitalbedarf und Kernzahlen auf einen Blick | 1–2 | Klarheit; ob die Idee in zwei Sätzen verständlich ist und die Zahlen zum Finanzplan passen |
| 2. Geschäftsidee & Vision | Angebot, gelöstes Problem, Kundennutzen, Ziele für drei bis fünf Jahre | 2–3 | Verständlichkeit für Fachfremde, Substanz statt Schlagworte |
| 3. Gründerprofil | Qualifikation, Berufserfahrung, kaufmännische Kenntnisse, Lücken und wie du sie schließt | 1–2 | Passt die Person zum Vorhaben; die fachkundige Stelle bewertet die Tragfähigkeit stark über die Person |
| 4. Markt & Wettbewerb | Marktgröße, Zielgruppe, Trends, Mitbewerber mit belegten Zahlen | 3–5 | Belegte Quellen, ehrliche Wettbewerbsanalyse, hergeleiteter Marktanteil |
| 5. Marketing & Vertrieb | Positionierung, Preis, Kanäle, Maßnahmen der ersten sechs Monate | 2–4 | Plausible Kundengewinnung; Preise und Marketingkosten stimmen mit dem Finanzplan überein |
| 6. Organisation & Personal | Rechtsform, Standort, Abläufe, Genehmigungen, Versicherungen, Personalplanung | 2–3 | Begründete Rechtsform, realistische Personalkosten mit Lohnnebenkosten |
| 7. SWOT-Analyse & Risiken | Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken und je eine Gegenmaßnahme | 1–2 | Risikobewusstsein und konkrete Gegenmaßnahmen statt Schönfärberei |
| 8. Finanzplan | Kapitalbedarf, Finanzierung, Planung von Umsatz und Kosten, Rentabilität über drei Jahre, Liquidität monatlich für mindestens zwölf Monate (für den Gründungszuschuss oft 36), Unternehmerlohn | 4–8 plus Tabellen | Herleitung der Umsätze; Bank: Kapitaldienstfähigkeit; fachkundige Stelle: Tragfähigkeit und Lebensunterhalt |
Gibt es eine Pflichtgliederung?
Nein. Kein Gesetz schreibt dir einen Businessplan vor, und damit auch keine Gliederung. Verlangt wird der Plan von denen, die über Geld entscheiden: Agentur für Arbeit, Jobcenter, Banken, Förderbanken und Investoren. Sie erwarten bestimmte Inhalte, aber keine feste Reihenfolge. Das zeigen die offiziellen Leitfäden, die alle etwas anders gliedern:
| Leitfaden | Gliederung | Wo die Zahlen stehen |
|---|---|---|
| Gründerplattform (BMWE und KfW) | Zusammenfassung, Geschäftsidee, Vertrieb und Wettbewerb, Team und Partner, Unternehmen mit Standort, Rechtsform und Risiken, Finanzen | eigener Zahlenteil nach dem Textteil |
| KfW (Vordruck Geschäftskonzept) | Geschäftsidee, persönliche Voraussetzungen, Markt, Wettbewerb, Produktion oder Dienstleistung, Standort, Zukunftsaussichten, weitere Aspekte wie Rechtsform und Versicherungen | eigene Vordrucke für Investitionen, Liquidität und Rentabilität |
| IHK Köln | Geschäftsidee, Kundschaft, Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Unternehmen mit Team, Organisation und Rechtsform, Finanzplanung | zum Schluss |
| IHK Hannover (Merkblatt) | Zusammenfassung; Gründer und Team, Leistungsangebot, Markt, Standort, Wettbewerb, Marketing, Personal und Organisation, Rechtsform, Ausblick mit SWOT-Analyse; Zahlenteil | eigener Zahlenteil nach dem Textteil |
| Sparkassen-Finanzgruppe (sparkasse.de) | Executive Summary, Geschäftsidee und Ziele, Gründerteam, Produkte und Dienstleistungen, Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Organisation, Finanzplanung, Chancen und Risiken, Anhang | vor Chancen und Risiken |
| Unsere Vorlage (Word und Excel) | Zusammenfassung, Gründerperson, Geschäftsidee, Markt und Wettbewerb, Marketing, Organisation, Chancen und Risiken, Finanzplan, Anhang | vorletztes Kapitel, Tabellen in Excel |
Keiner dieser Leitfäden ist verbindlich: Die Gründerplattform schreibt, eine fest vorgeschriebene Gliederung gebe es nicht, die KfW nennt ihren Vordruck einen Orientierungsrahmen. Ob Chancen und Risiken vor oder nach den Zahlen stehen, handhaben die Leitfäden verschieden. Die Gründerplattform, die IHK Hannover und unsere Vorlage stellen sie davor, die Sparkassen und die IHK Rhein-Neckar dahinter. Die acht Kapitel auf dieser Seite folgen unserer Vorlage. Ob das Gründerprofil vor oder nach der Geschäftsidee steht, entscheidest du selbst; unsere Vorlage stellt die Person an den Anfang.
Tipp: Gibt die Stelle, die deinen Plan prüft, eine eigene Gliederung oder Prüfliste vor, etwa ein Förderprogramm, ein Wettbewerb oder deine Bank, nimm deren Reihenfolge. Frag im Zweifel vorher nach.
Deckblatt: was draufgehört, mit Muster
Das Deckblatt ist die erste Seite deines Plans. Es zeigt auf einen Blick, um welches Vorhaben es geht, wer dahintersteht und wie man dich erreicht.
- Titel: „Businessplan“ und der Name deines Unternehmens oder Vorhabens.
- Vorhaben in einer Zeile: was du anbietest, wo und ab wann.
- Gründerin oder Gründer: Name, Anschrift, Telefon, E-Mail und Website, bei einem Team alle Personen.
- Rechtsform: wenn sie schon feststeht, etwa Einzelunternehmen oder GmbH.
- Vorgelegt bei: freiwillig, für wen diese Fassung bestimmt ist, etwa die fachkundige Stelle für den Gründungszuschuss, deine Hausbank oder ein Investor.
- Datum und Fassung: der Stand des Plans, bei mehreren Fassungen mit Nummer.
- Freiwillig: Logo, ein Bild deines Produkts oder ein Hinweis, dass der Plan vertraulich ist.
Zahlen, Werbesprüche und lange Texte lässt du weg. Eine Seite reicht. Name, Kontaktdaten, Vorhaben, Datum und Logo nennen auch die Leitfäden der Kammern; „Vorgelegt bei“, die Fassung und der Hinweis auf Vertraulichkeit sind unsere Empfehlung aus der Beratung.
Frei erfundenes Muster eines Deckblatts:
Businessplan
Radservice Muster: mobiler Reparaturservice für Fahrräder und E-Bikes im Essener Süden
Geplanter Start: März 2027, Einzelunternehmen
Gründerin: Vorname Nachname, Anschrift, Telefon, E-Mail
Vorgelegt bei: Hausbank, Antrag auf einen Gründerkredit
Stand: Januar 2027, Fassung 2
Vertraulich: Bitte nicht an Dritte weitergeben.
Tipp: Gibst du den Plan an mehrere Stellen, schreib Datum und Fassung aufs Deckblatt und in die Fußzeile. So weiß jeder, über welche Zahlen ihr gerade sprecht.
Inhaltsverzeichnis: Muster einer Businessplan-Gliederung
Nach dem Deckblatt kommt das Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen. Nummeriere die Kapitel durch und bleib bei zwei Ebenen. Legst du die Überschriften in deiner Textverarbeitung als Formatvorlagen an, entsteht das Verzeichnis samt Seitenzahlen automatisch. So kann es für die acht Kapitel aussehen:
| Kapitel | Seite |
|---|---|
| 1 Executive Summary | 3 |
| 2 Geschäftsidee und Vision | 4 |
| 2.1 Angebot und Kundennutzen | 4 |
| 2.2 Ziele für die nächsten drei bis fünf Jahre | 5 |
| 3 Gründerprofil | 6 |
| 4 Markt und Wettbewerb | 7 |
| 4.1 Zielgruppe und Einzugsgebiet | 7 |
| 4.2 Marktvolumen und Standort | 8 |
| 4.3 Wettbewerb und Abgrenzung | 9 |
| 5 Marketing und Vertrieb | 11 |
| 5.1 Positionierung und Preis | 11 |
| 5.2 Kanäle, Maßnahmen und Budget | 12 |
| 6 Organisation und Personal | 14 |
| 6.1 Rechtsform und Genehmigungen | 14 |
| 6.2 Versicherungen, Personal und Zeitplan | 15 |
| 7 Chancen und Risiken (SWOT-Analyse) | 17 |
| 8 Finanzplan | 18 |
| 8.1 Kapitalbedarfsplan und Finanzierungsplan | 18 |
| 8.2 Umsatzplanung und Rentabilitätsvorschau | 19 |
| 8.3 Liquiditätsplan | 20 |
| 8.4 Lebenshaltung und Unternehmerlohn | 21 |
| Anhang | 22 |
Die Unterpunkte passt du an dein Vorhaben an. Ein Handwerksbetrieb bekommt zum Beispiel einen eigenen Punkt zur Eintragung in die Handwerksrolle, ein Café einen zum Standort. Unsere kostenlose Businessplan-Vorlage für Word und Excel gibt dir die Kapitel mit Leitfragen vor.
Die 8 Kapitel im Detail
1. Executive Summary (Zusammenfassung)
Die Zusammenfassung auf ein bis zwei Seiten, und zugleich das wichtigste Kapitel überhaupt. Sie entsteht zuletzt, steht aber vorne. Bei Bank und Investor entscheidet sie oft, ob weitergelesen wird; die fachkundige Stelle prüft ohnehin den ganzen Plan, vor allem die Zahlen. Bring Geschäftsidee, Markt, Alleinstellung, Kapitalbedarf und die zentralen Finanzkennzahlen auf den Punkt. Sie muss für sich allein verständlich sein, denn viele Prüfer lesen zuerst nur diese Seite.
Worauf Prüfer achten: Klarheit und Überzeugungskraft auf engem Raum. Typische Fehler: zu lang, zu vage oder mit Floskeln statt Zahlen.
Das prüft die Bank / die Agentur für Arbeit: Die Bank liest hier zuerst Kapitalbedarf, Eigenkapitalanteil und die erwartete Rückzahlung; die fachkundige Stelle für den Gründungszuschuss sucht die Aussage, ab wann der Unternehmerlohn den Lebensunterhalt deckt. Beide Zahlen müssen exakt mit dem Finanzplan übereinstimmen. Abweichungen zwischen Zusammenfassung und Zahlenteil sind nach unserer Erfahrung ein häufiger Grund für Rückfragen.
Die Gründerplattform hält eine Seite für genug, höchstens zwei. Nach der Prüfliste der IHK Bonn/Rhein-Sieg gehören hinein: Geschäftsidee und Kundennutzen, Zielgruppe, Markt und Wettbewerb, Geschäftsmodell, deine Qualifikation und die Eckpunkte der Finanzplanung. Wie du die Zusammenfassung Satz für Satz aufbaust, zeigt unsere Anleitung Executive Summary schreiben, mit einem vollständigen Muster.
| Baustein | Was hineingehört |
|---|---|
| Vorhaben | Angebot, Ort und Start in einem Satz |
| Kundennutzen | welches Problem du für wen löst |
| Markt und Wettbewerb | Zielgruppe, Größe deines Marktes, deine Abgrenzung |
| Geschäftsmodell | wie du Geld verdienst und verkaufst |
| Person oder Team | Qualifikation und Erfahrung |
| Zahlen | Kapitalbedarf und Finanzierung, Umsatz der ersten drei Jahre, Gewinnschwelle |
| Ziel des Plans | Kredit, Gründungszuschuss, Beteiligung oder eigene Planung |
2. Geschäftsidee & Vision
Was bietest du an, welches Problem löst du und für wen? Beschreibe dein Angebot konkret und greifbar, inklusive deines Kundennutzens und deiner Alleinstellung. Ergänze, wohin sich das Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren entwickeln soll.
Worauf Prüfer achten: Verständlichkeit auch für Fachfremde. Wer die Idee nicht in zwei Sätzen erklären kann, verliert hier. Vermeide Buzzwords ohne Substanz.
Das prüft die Bank / die Agentur für Arbeit: Ist das Angebot konkret genug, um Umsätze daraus abzuleiten? Die Bank fragt nach dem Kundennutzen, für den jemand zahlt; die Agentur für Arbeit prüft, ob die Tätigkeit hauptberuflich mit mindestens 15 Wochenstunden angelegt ist. Beschreibe deshalb Leistung, Preis und Kunde in einem Satz, bevor du die Vision ausführst.
Beschreibe auch dein Geschäftsmodell, also wie du Geld verdienst: mit Einzelaufträgen, Verträgen mit fester Laufzeit, Abonnements oder Provisionen. Eine allgemeine Branchenbeschreibung ersetzt keine eigene Idee, und ein Alleinstellungsmerkmal begründest du, statt es nur zu behaupten. So steht es in der Prüfliste der IHK Bonn/Rhein-Sieg.
3. Gründerprofil
Warum bist gerade du die richtige Person für dieses Vorhaben? Fachliche Qualifikation, Berufserfahrung, kaufmännische Kenntnisse und persönliche Eignung gehören hierher. Gerade Banken und die Agentur für Arbeit bewerten die Tragfähigkeit eines Vorhabens stark über die Person der Gründerin oder des Gründers.
Worauf Prüfer achten: Passt das Profil zur Idee? Lücken (z. B. fehlendes kaufmännisches Wissen) wirken seriöser, wenn du ehrlich benennst, wie du sie schließt, etwa durch ein gefördertes Gründercoaching.
Das prüft die Bank / die Agentur für Arbeit: Fachliche Qualifikation und kaufmännische Kenntnisse müssen zur Idee passen. Bei erlaubnispflichtigen Tätigkeiten (Handwerk, Gastronomie, Heilberufe) erwarten beide Stellen die Nachweise im Anhang. Fehlt kaufmännisches Wissen, nenne den Ausgleich: Gründercoaching, Steuerberater oder eine Partnerin mit Buchhaltungserfahrung. Ein ehrlich benanntes Defizit mit Lösung wirkt tragfähiger als ein Lebenslauf ohne Bezug zum Vorhaben.
In manchen Gliederungen heißt dieses Kapitel Gründerperson, Team oder Unternehmensvorstellung. Gründest du mit anderen, beschreibst du, wer welche Aufgabe übernimmt. Den Lebenslauf legst du in den Anhang, laut Gründerplattform höchstens zwei Seiten lang. Für Förderkredite verlangt die KfW, dass du die fachliche und kaufmännische Qualifikation für dein Vorhaben mitbringst.
4. Markt & Wettbewerb
Marktgröße, Zielgruppe, Trends und Mitbewerber. Zeige mit belegten Zahlen (z. B. von IHK, Statistischem Bundesamt oder Branchenverbänden), dass du deinen Markt kennst, und grenze dich klar vom Wettbewerb ab.
Worauf Prüfer achten: Eine ehrliche Wettbewerbsanalyse überzeugt mehr als die Behauptung, es gebe keine Konkurrenz. „Kein Wettbewerb“ gilt als Warnsignal für mangelnde Marktkenntnis.
Das prüft die Bank / die Agentur für Arbeit: Prüfer vergleichen deine Marktzahlen mit eigenen Erfahrungswerten aus der Branche. Nenne Quelle und Jahr jeder Zahl (Statistisches Bundesamt, IHK, Branchenverband) und leite daraus deinen erreichbaren Marktanteil ab. Wer drei konkrete Mitbewerber mit Preisen und Schwächen benennt, belegt Marktkenntnis; wer schreibt, es gebe keinen Wettbewerb, löst Rückfragen aus.
Bleib bei deinem tatsächlichen Markt, also deinem Einzugsgebiet oder deinen Kunden online, und nenne Mitbewerber mit Namen. Zum Markt gehört auch dein Standort: Lage, Erreichbarkeit und Kaufkraft im Umfeld. Wie du die Zahlen beschaffst und deinen Anteil herleitest, zeigt unsere Anleitung zur Marktanalyse, eine Mustertabelle für den Vergleich die Wettbewerbsanalyse.
5. Marketing & Vertrieb
Wie erreichst du deine Kundschaft und wie verkaufst du? Positionierung, Preisstrategie, Vertriebskanäle und konkrete Maßnahmen, plausibel hergeleitet aus deiner Zielgruppe. Skizziere idealerweise, wie du in den ersten sechs Monaten die ersten Kunden gewinnst.
Worauf Prüfer achten: Plausibilität der Kundengewinnung. Die schönste Idee scheitert, wenn unklar bleibt, woher die Kunden kommen sollen.
Das prüft die Bank / die Agentur für Arbeit: Die Umsatzplanung im Finanzplan muss aus diesem Kapitel folgen: Wie viele Kunden erreichst du über welchen Kanal, zu welchem Preis, und was kostet das? Die Bank prüft, ob die Marketingkosten im Finanzplan stehen; die fachkundige Stelle, ob erste Kunden oder Kontakte erkennbar sind (Absichtserklärungen, Vorverträge, Netzwerk) oder ein realistischer Plan, sie zu gewinnen.
Prüfer wollen konkret sehen, was du tust, wie oft, über welchen Kanal und mit welchem Ziel. So fragt es die Prüfliste der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Plane dafür ein Budget ein und übernimm es als Werbekosten in den Finanzplan. Ein Muster für die ersten sechs Monate findest du unter Marketingplan und Vertriebsplan erstellen.
6. Organisation & Personal
Rechtsform und ihre Begründung, Standort, betriebliche Abläufe und – falls relevant – Personalplanung. Hier zeigt sich, ob das Vorhaben organisatorisch durchdacht ist und ob du an Genehmigungen, Versicherungen und Verträge gedacht hast.
Worauf Prüfer achten: Ist die Rechtsform passend zur Situation bei Haftung und Steuern begründet? Sind Personalkosten realistisch eingeplant?
Das prüft die Bank / die Agentur für Arbeit: Rechtsform und Haftung interessieren die Bank wegen der Sicherheiten (bei GmbH oder UG haften Gesellschafter oft mit), die Agentur für Arbeit wegen der Frage, ob du wirklich selbstständig und hauptberuflich tätig bist. Prüfer achten auf Genehmigungen, Versicherungen (Betriebshaftpflicht, Krankenversicherung) und darauf, ob Personalkosten mit Lohnnebenkosten in der Planung stehen. Ein Zeitplan bis zum Start zeigt, dass du die Reihenfolge der Schritte kennst.
Je nach Vorhaben gehören in dieses Kapitel die Gewerbeanmeldung oder bei freien Berufen die Anmeldung beim Finanzamt, bei zulassungspflichtigen Handwerken die Eintragung in die Handwerksrolle, Erlaubnisse für deine Branche und die nötigen Versicherungen. Welche Rechtsform zu dir passt, grenzt du vorab mit unserem Rechtsform-Finder ein.
7. SWOT-Analyse & Risiken
Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken, und vor allem, wie du mit den Risiken umgehst. Benenne zwei bis drei zentrale Risiken und je eine konkrete Gegenmaßnahme.
Worauf Prüfer achten: Risikobewusstsein. Wer Risiken offen benennt und Gegenmaßnahmen zeigt, wirkt deutlich seriöser als jemand, der sie verschweigt.
Das prüft die Bank / die Agentur für Arbeit: Prüfer suchen hier die Antwort auf ihre eigenen Zweifel. Benenne die zwei bis drei Risiken, die ein Bankberater ohnehin sieht (Anlaufverluste, Abhängigkeit von wenigen Kunden, Standort, Krankheit), und stelle jedem eine konkrete Gegenmaßnahme mit Zahl gegenüber: Liquiditätsreserve, zweites Standbein, Versicherung. Eine SWOT-Analyse ohne Schwächen gilt als unglaubwürdig.
In manchen Leitfäden steht die SWOT-Analyse im Ausblick am Ende des Textteils, in anderen als eigenes Kapitel Chancen und Risiken. Die Prüfliste der IHK Bonn/Rhein-Sieg erwartet konkrete Risiken mit Maßnahmen, also einen Plan B. Ein ausgefülltes Muster mit Gegenmaßnahmen zeigt unsere Anleitung unter SWOT-Analyse.
8. Finanzplan
Das Herzstück. Er umfasst Kapitalbedarf, die Planung von Umsatz und Kosten, Rentabilitätsvorschau (meist drei Jahre) und Liquiditätsplan. Realistische, nachvollziehbare Zahlen entscheiden über Förderung und Kredit, nicht der Optimismus. Plane auch deine private Lebenshaltung in der Anlaufphase ein.
Worauf Prüfer achten: Herleitbarkeit der Umsätze und ein Kontostand, der einschließlich Finanzierung in keinem Monat ins Minus rutscht. Tipp: Kapitalbedarf vorab mit dem Kapitalbedarfsrechner ermitteln und in die Finanzplan-Vorlage übertragen.
Das prüft die Bank / die Agentur für Arbeit: Die Bank rechnet die Kapitaldienstfähigkeit nach: Reicht der Überschuss nach Steuern und Unternehmerlohn für Zins und Tilgung? Die fachkundige Stelle prüft die Tragfähigkeit: Bietet dein Gewinn nach der Anlaufphase voraussichtlich eine ausreichende Lebensgrundlage, und reichen deine Reserven für Durststrecken? Die Agentur für Arbeit erwartet, dass du nach Ende des Gründungszuschusses davon leben kannst; viele Stellen wollen dafür einen Liquiditätsplan über 36 Monate. Lege jede Annahme offen (Preis mal Menge, Zahlungsziele, Anlaufzeit) und rechne ein vorsichtiges Szenario mit.
Im Zahlenteil stehen die Teilpläne als Tabellen. Im Text dieses Kapitels fasst du ihre Ergebnisse zusammen und erklärst die wichtigsten Annahmen.
| Teilplan | Was er zeigt | Zeitraum |
|---|---|---|
| Kapitalbedarfsplan | Investitionen, Gründungskosten, Anlaufkosten und eine begründete Reserve | zum Start |
| Finanzierungsplan | wie du den Kapitalbedarf deckst: Eigenkapital, Kredite, Zuschüsse | zum Start |
| Umsatzplan | Umsatz aus Menge mal Preis, mit Anlaufphase | Monat für Monat |
| Kostenplan und Personalplan | Fixkosten, Wareneinsatz, Personal mit Lohnnebenkosten, Werbebudget | Monat für Monat |
| Rentabilitätsvorschau | Gewinn oder Verlust nach allen Kosten, Abschreibungen und Zinsen | drei Jahre, jährlich |
| Liquiditätsplan | Einnahmen und Ausgaben mit Umsatzsteuer, Tilgung und Privatentnahmen | monatlich, mindestens zwölf Monate, für den Gründungszuschuss oft 36 |
| Lebenshaltung und Unternehmerlohn | deine privaten Kosten mit Sozialversicherung und Rücklage für die Einkommensteuer | monatlich |
Die IHK Hannover nennt vier Hauptpläne, nämlich Kapitalbedarf, Finanzierung, Liquidität und Rentabilität, dazu Unterpläne wie Umsatz, Personal, Werbebudget und Privatentnahmen. Für die Stellungnahme zum Gründungszuschuss erwarten etwa die IHK Bonn/Rhein-Sieg und die IHK Essen Rentabilität und Liquidität für 36 Monate. Die Agentur für Arbeit selbst verlangt Kapitalbedarfsplan und Finanzierungsplan sowie Umsatzvorschau und Rentabilitätsvorschau. Wie die Teilpläne ineinandergreifen, zeigt unsere Anleitung Finanzplan erstellen.
Optionale Kapitel
Glossar und Meilensteinplan sind freiwillig. Einen Anhang brauchst du fast immer, sobald du Aussagen im Textteil belegst; beim Gründungszuschuss gehören Lebenslauf und Qualifikationsnachweise zwingend dazu. Was hineingehört, steht im nächsten Abschnitt.
- Anhang: Lebenslauf, Qualifikationsnachweise, Verträge, Genehmigungen, Marktstudien: alles, was Aussagen im Hauptteil belegt.
- Glossar: bei fachlichen oder erklärungsbedürftigen Themen, damit auch fachfremde Prüfer folgen können.
- Meilensteinplan: die wichtigsten Schritte der ersten 12–24 Monate mit Zeitachse.
Anhang: Diese Unterlagen legst du bei
Im Anhang sammelst du die Nachweise zu deinen Aussagen. So bleibt der Textteil kurz, und wer prüft, findet alles an einer Stelle. Nummeriere die Anlagen und verweise im Text darauf, etwa mit „siehe Anlage 3“.
| Unterlage | Wann sie hineingehört |
|---|---|
| Lebenslauf, höchstens zwei Seiten | immer |
| Zeugnisse und Qualifikationsnachweise | immer; bei erlaubnispflichtigen Tätigkeiten auch die Erlaubnis, etwa Meisterbrief oder Zulassung |
| Angebote für Anschaffungen | wenn du investierst |
| Entwurf des Mietvertrags oder Pachtvertrags | wenn du Räume mietest oder pachtest |
| Absichtserklärungen, Vorverträge, Referenzen | wenn du schon Kunden in Aussicht hast |
| Quellen zu Marktdaten | wenn du Zahlen zitierst |
| Entwurf des Gesellschaftsvertrags | bei einer Gründung im Team oder als GmbH |
| Nachweis deines Eigenkapitals | wenn du eigene Mittel einbringst |
| Handelsregisterauszug | wenn das Unternehmen schon eingetragen ist |
| Selbstauskunft und Vermögensaufstellung | für Bank und Bürgschaftsbank |
| Jahresabschlüsse der letzten zwei Jahre und aktuelle BWA | bei bestehenden Unternehmen und bei einer Nachfolge |
Bei Krediten mit Bürgschaft nennen die Bürgschaftsbanken Lebenslauf, Selbstauskunft und Vermögensaufstellung sowie Entwürfe wichtiger Verträge, bei einer Nachfolge zusätzlich die Jahresabschlüsse der letzten zwei Jahre und eine aktuelle BWA. Was du für den Gründungszuschuss zusätzlich einreichst, zeigt unsere Checkliste der Antragsunterlagen.
Inhalt nach Anlass: Gründungszuschuss, Bank, Investor
Die acht Kapitel gelten für jeden Plan. Je nachdem, wer ihn liest, wiegen einzelne Teile schwerer:
| Anlass | Darauf liegt der Schwerpunkt | Was dazukommt |
|---|---|---|
| Gründungszuschuss (Agentur für Arbeit) | Tragfähigkeit und Lebensunterhalt; die Tätigkeit ist hauptberuflich mit mindestens 15 Wochenstunden angelegt | Stellungnahme einer fachkundigen Stelle, gestützt auf Plan, Lebenslauf, Kapitalbedarf und Finanzierung sowie Umsatz und Rentabilität |
| Einstiegsgeld (Jobcenter) | Umsatzvorschau und Rentabilitätsvorschau für drei Jahre, dein Lebensunterhalt | eventuell eine Stellungnahme einer Bank oder fachkundigen Stelle |
| Bankkredit und Förderkredit | Kapitaldienstfähigkeit, deine fachliche und kaufmännische Qualifikation, Sicherheiten | Selbstauskunft und Vermögensaufstellung; Förderkredite beantragst du über die Hausbank vor Beginn des Vorhabens |
| Investor oder Business Angel | Team, Markt, Wachstum | zuerst meist ein Pitch-Deck oder One-Pager, der ausführliche Plan später |
| Bestehendes Unternehmen | Ist-Zahlen statt Annahmen, jede Veränderung begründet | Jahresabschlüsse und aktuelle BWA |
Fristen und die genauen Unterlagen je Stelle stehen in unserer Anleitung unter Vorbereitung. Wie die Tragfähigkeit geprüft wird, erklärt der Ratgeber Tragfähigkeitsbescheinigung.
Diese Zahlen müssen überall gleich sein
Prüfer vergleichen Text und Zahlen. Die Prüfliste der IHK Bonn/Rhein-Sieg verlangt ausdrücklich, dass beides zusammenpasst. Diese Werte kommen in mehreren Kapiteln vor und müssen überall gleich sein:
| Wert | Wo er vorkommt |
|---|---|
| Kapitalbedarf | Executive Summary, Kapitalbedarfsplan, Finanzierungsplan |
| Eigenkapital und Kredite | Executive Summary, Finanzierungsplan, Liquiditätsplan mit Zins und Tilgung |
| Preise | Marketing und Vertrieb, Umsatzplanung |
| Zahl der Kunden oder Aufträge | Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Umsatzplanung |
| Umsatz der ersten drei Jahre | Executive Summary, Umsatzplanung, Rentabilitätsvorschau |
| Werbebudget | Marketing und Vertrieb, Kostenplan |
| Mitarbeiter und Löhne | Organisation und Personal, Personalplan |
| Startdatum | Deckblatt, Zeitplan bis zum Start, erster Monat im Liquiditätsplan |
| Unternehmerlohn und Lebenshaltung | Executive Summary, Aufstellung der Lebenshaltung, Rentabilitätsvorschau |
Tipp: Ändert sich eine Zahl, ändere sie in einem Durchgang an allen Stellen dieser Liste. Danach liest du die Executive Summary noch einmal gegen den Zahlenteil.
Checkliste: Ist dein Businessplan vollständig?
Bevor du den Plan abgibst, prüfst du ihn Bestandteil für Bestandteil:
- Deckblatt: Name des Vorhabens, Gründerin oder Gründer mit Kontakt, Datum und Fassung.
- Inhaltsverzeichnis: Kapitel nummeriert, Seitenzahlen stimmen.
- Executive Summary: höchstens zwei Seiten, zuletzt geschrieben, dieselben Zahlen wie im Finanzplan.
- Geschäftsidee: Angebot, Kundennutzen und Geschäftsmodell konkret beschrieben.
- Gründerprofil: fachliche und kaufmännische Eignung belegt, Lücken mit Lösung.
- Markt und Wettbewerb: dein tatsächlicher Markt, Quellen mit Jahr, Mitbewerber mit Namen.
- Marketing und Vertrieb: Preis, Kanäle, Maßnahmen und Budget festgelegt.
- Organisation und Personal: Rechtsform begründet, Genehmigungen und Versicherungen genannt, Zeitplan bis zum Start.
- SWOT-Analyse und Risiken: zwei bis drei Risiken, jedes mit Gegenmaßnahme.
- Finanzplan: Kapitalbedarf, Finanzierung, Umsatz, Rentabilität für drei Jahre und Liquidität Monat für Monat.
- Lebenshaltung: private Kosten mit Sozialversicherung und Rücklage für die Einkommensteuer eingeplant.
- Anhang: Lebenslauf, Nachweise, Angebote und Verträge liegen bei, und der Text verweist darauf.
- Form: ganze Sätze, sachlicher Ton, ein zusammenhängendes PDF.
Zum Abhaken findest du die Punkte auch in unserer Businessplan-Checkliste zum Abhaken. In welcher Reihenfolge du vor der Abgabe prüfst und wer dir dabei hilft, zeigt unsere Anleitung unter Gegenlesen und Hilfe.
Was gehört nicht in einen Businessplan?
Ein Businessplan ist ein Entscheidungsdokument, kein Werbeprospekt. Diese Inhalte lässt du weg oder verschiebst sie in den Anhang:
- Allgemeine Branchengeschichte und Lehrbuchwissen: Prüfer kennen ihre Branche, sie wollen dein Vorhaben sehen.
- Unbelegte Superlative wie „einzigartig“, „konkurrenzlos“ oder „riesiger Markt“: Jede Aussage braucht eine Zahl und eine Quelle.
- Zahlen ohne Herleitung: Ein Umsatz von 120.000 € überzeugt erst, wenn Preis, Menge und Anlaufzeit daneben stehen.
- Private Details ohne Bezug zum Vorhaben: Hobbys, Familiengeschichte und ausführliche Lebensläufe gehören in den Anhang, nicht in den Textteil.
- Technische Tiefe: Produktspezifikationen, Rezepturen oder Quellcode belasten den Lesefluss; ein Absatz plus Verweis auf den Anhang genügt.
- Widersprüche zwischen Kapiteln: Der Preis im Marketingkapitel muss der Preis im Finanzplan sein, die Mitarbeiterzahl in der Organisation muss zu den Personalkosten im Zahlenteil passen.
- Vertrauliche Daten Dritter: Kundendaten, fremde Verträge oder Gehälter von Wettbewerbern haben im Plan nichts verloren.
Wächst ein Businessplan auf 60 Seiten an, hat er meist eines dieser Probleme. Kürze den Textteil auf das Entscheidende, nach unserer Erfahrung 15 bis 25 Seiten, und verschiebe Belege in den Anhang; wie du dabei vorgehst, steht unter Businessplan schreiben.
Typische Fehler beim Inhalt
Aus über 750 begleiteten Businessplänen kennen wir die Fehler, die zu Rückfragen oder Ablehnung führen:
- Executive Summary zu lang oder zuerst geschrieben: Sie fasst zusammen, was noch nicht existiert, und passt am Ende nicht zu den Zahlen.
- Umsatz nach Wunsch statt nach Herleitung: Die Planung beginnt mit dem Betrag, der den Kredit rechtfertigt, statt mit Kunden mal Preis mal Monat.
- Anlaufphase vergessen: Die ersten Monate bringen weniger Umsatz und mehr Kosten; ohne diese Kurve wird der Liquiditätsplan negativ.
- Unternehmerlohn fehlt oder ist unrealistisch: Die fachkundige Stelle prüft für die Agentur für Arbeit, ob du vom Gewinn leben kannst; ein Plan ohne Lebenshaltungskosten ist nicht tragfähig.
- Kein Wettbewerb benannt: Prüfer lesen das als fehlende Marktkenntnis.
- Vorlage übernommen, Zahlen nicht: Musterpläne liefern die Gliederung, aber Branchenwerte, Preise und Kosten müssen deine eigenen sein.
- Risiken verschwiegen: Eine SWOT-Analyse nur mit Stärken wirkt naiv; Gegenmaßnahmen zeigen Reife.
- Anhang ohne Belege: Zitierte Marktzahlen, Qualifikationsnachweise und Absichtserklärungen sollten im Anhang nachprüfbar sein.
Den häufigsten Mangel sieht die IHK Bonn/Rhein-Sieg im Finanzteil: eine unvollständige oder fehlerhafte Finanzplanung.
Den Kapitalbedarf rechnest du vorab mit dem Kapitalbedarfsrechner durch; eine Prüfliste zum Abhaken bietet die Businessplan-Checkliste. Wer den Plan lieber erstellen lässt, findet Ablauf und Kosten unter Businessplan erstellen lassen.
In welcher Reihenfolge schreibt man die Kapitel?
Inhaltlich beginnst du mit Geschäftsidee, Zielgruppe, Markt und Wettbewerb, dem analytischen Fundament. Marketing und Organisation bauen darauf auf. Den Finanzplan rechnest du, sobald Preis und Vertriebsweg feststehen, und gleichst ihn danach mit dem Text ab. Auch die IHK Köln stellt die Finanzplanung ans Ende. Die Risiken bewertest du, wenn Markt und Zahlen stehen. Die Executive Summary schreibst du zuletzt, weil sie alle Kapitel verdichtet, steht im Dokument aber an erster Stelle. Die ausführliche Anleitung dazu findest du unter Businessplan schreiben.
Businessplan professionell erstellen lassen
Wir erstellen mit dir einen Businessplan, der förderfähig und bankfähig ist, inklusive Finanzplan, mit schriftlich bewilligtem AVGS sogar zu 100 % gefördert.
Häufige Fragen
Welche Kapitel sind im Businessplan Pflicht?
Gesetzlich ist kein Kapitel Pflicht, und eine verbindliche Gliederung gibt es nicht. Die acht Kapitel Executive Summary, Geschäftsidee & Vision, Gründerprofil, Markt & Wettbewerb, Marketing & Vertrieb, Organisation & Personal, SWOT-Analyse & Risiken sowie Finanzplan haben sich bewährt und decken ab, was Banken und KfW inhaltlich wissen wollen. Deckblatt, Inhaltsverzeichnis und Anhang kommen formal hinzu. Die Agentur für Arbeit verlangt beim Gründungszuschuss Unterlagen, keine Kapitel: Businessplan, Lebenslauf, Kapitalbedarfsplan und Finanzierungsplan sowie Umsatzvorschau und Rentabilitätsvorschau.
Wie viele Seiten muss ein Businessplan haben?
Der Textteil eines Businessplans umfasst nach unserer Erfahrung meist 15 bis 25 Seiten, mit Zahlenteil und Anhang 25 bis 40 Seiten. Eine Vorgabe gibt es nicht: Weder Banken noch die Agentur für Arbeit schreiben eine Seitenzahl vor. Die IHK Hannover hält meist 10 bis 25 Seiten für ausreichend, die IHK Köln empfiehlt 10 bis 40 Seiten. Entscheidend ist, dass jedes Kapitel schlüssig ist und die Zahlen nachvollziehbar hergeleitet sind. Kleine Vorhaben ohne Fremdkapital kommen mit 10 bis 15 Seiten aus.
Was ist das wichtigste Kapitel im Businessplan?
Die Executive Summary entscheidet, ob überhaupt weitergelesen wird, und den Finanzplan prüfen Bank und fachkundige Stelle am genauesten. Beide verdienen die meiste Sorgfalt.
In welcher Reihenfolge schreibt man einen Businessplan?
Inhaltlich beginnt man mit Geschäftsidee, Zielgruppe, Markt und Wettbewerb; den Finanzplan rechnet man, sobald Preis und Vertriebsweg feststehen. Die Executive Summary steht im Dokument vorne, wird aber zuletzt geschrieben, weil sie alle Kapitel zusammenfasst.
Wer prüft den Businessplan?
Beim Gründungszuschuss prüft eine fachkundige Stelle (z. B. IHK, Handwerkskammer, Steuerberatung oder eine auf Gründungen spezialisierte Unternehmensberatung; du wählst die Stelle selbst) die Tragfähigkeit. Bei Krediten prüft die Hausbank bzw. die KfW, vor allem den Finanzplan.
Ist ein Businessplan Pflicht?
Gesetzlich nein: Kein Gesetz schreibt Gründern einen Businessplan vor. Praktisch ja, sobald du Geld von Dritten willst: Banken und die KfW entscheiden über Kredite anhand des Plans, und die Agentur für Arbeit verlangt für den Gründungszuschuss die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle zur Tragfähigkeit (§ 93 SGB III); Grundlage dafür ist dein Businessplan. Ohne Fremdkapital dient er dir selbst als Rechenprobe.
Was gehört auf das Deckblatt eines Businessplans?
Auf das Deckblatt gehören der Titel „Businessplan“ mit dem Namen deines Vorhabens, eine Zeile zu deinem Angebot, Name und Kontaktdaten der Gründerinnen und Gründer, die Rechtsform, wenn sie feststeht, sowie Datum und Fassung. Logo und Vertraulichkeitshinweis sind freiwillig. Zahlen und Werbung lässt du weg.
Wie sieht ein Businessplan aus?
Ein Businessplan ist ein ausformuliertes Dokument im Format DIN A4: Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Executive Summary, ein Textteil in ganzen Sätzen, ein Zahlenteil mit Tabellen und ein Anhang mit Nachweisen. Nach unserer Erfahrung sind 15 bis 25 Seiten Textteil üblich, abgegeben als ein zusammenhängendes PDF.
Was gehört in die Zusammenfassung eines Businessplans?
In die Zusammenfassung, auch Executive Summary genannt, gehören auf einer, höchstens zwei Seiten: dein Vorhaben, der Kundennutzen, Zielgruppe und Markt mit deiner Abgrenzung vom Wettbewerb, das Geschäftsmodell, deine Qualifikation sowie Kapitalbedarf, Finanzierung und die wichtigsten Planzahlen. Du schreibst sie zuletzt, sie steht aber vorne.
Wie sieht das Inhaltsverzeichnis eines Businessplans aus?
Das Inhaltsverzeichnis folgt direkt auf das Deckblatt und nennt alle Kapitel mit Nummer und Seitenzahl, meist in zwei Ebenen: zum Beispiel 1 Executive Summary, 2 Geschäftsidee, 3 Gründerprofil, 4 Markt und Wettbewerb, 5 Marketing und Vertrieb, 6 Organisation und Personal, 7 Chancen und Risiken, 8 Finanzplan, danach der Anhang. Ein ausführliches Muster steht oben auf dieser Seite.
Was kommt in den Anhang eines Businessplans?
In den Anhang kommen die Nachweise zu deinen Aussagen: Lebenslauf (höchstens zwei Seiten), Zeugnisse und Erlaubnisse, Angebote für Anschaffungen, Entwürfe von Mietvertrag oder Gesellschaftsvertrag, Absichtserklärungen von Kunden und Quellen zu Marktdaten. Bestehende Unternehmen legen Jahresabschlüsse und eine aktuelle BWA bei.
Offizielle Quellen, Merkblätter & Flyer
Die maßgeblichen Primärquellen zum Nachlesen: Merkblätter und Programmseiten der zuständigen Förderstellen sowie die einschlägigen Gesetzestexte.
Externe Links zu offiziellen Stellen prüfen wir bei jeder Aktualisierung dieser Seite (Datum siehe oben). Inhalte und Konditionen können sich ändern; maßgeblich ist stets die Quelle selbst.
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Über den Autor
Pavel Deuble
Gründungsberater & BAFA-registrierter Unternehmensberater · Inhaber von Unternehmenswerk
Pavel Deuble ist Inhaber von unternehmenswerk und Geschäftsführer der UW Unternehmensweg GmbH. Er ist im BAFA-Beraterregister gelistet (Berater-ID 191790), die AVGS-Maßnahmen laufen über die AZAV-zugelassene UW Unternehmensweg GmbH (Trägerzulassung Z-000392-2). Seit 2018 über 750 Businesspläne, 4,88 von 5 bei ProvenExpert aus 90 Bewertungen.